Architektur
MySirt ist eine model-centric Execution Engine, basierend auf einem execution meta-model. Operative Systeme werden aus formalen Definitionen abgeleitet und bleiben über die Zeit strukturell an diese Definitionen gebunden. Die Architektur ist so aufgebaut, dass das Verhalten deterministisch, überprüfbar und regenerierbar bleibt und eine schrittweise Feature-Implementierung vermieden wird.
Architekturstruktur
Die Engine ist in stabile Schichten unterteilt. Jede Schicht hat eine eindeutige Verantwortung und zeigt deterministisches Verhalten: äquivalente Modelle erzeugen äquivalente strukturelle Ergebnisse.
DSL als ausführbare Spezifikation
MySirt verwendet eine deklarative, textbasierte DSL zur Definition von Systemstruktur, operativem Verhalten und organisatorischen Regeln. Die DSL ist kein Dokumentationsartefakt: sie ist die maßgebliche Spezifikation, die von der Engine interpretiert wird. Strukturelle Validität und Verhaltensregeln werden gegen die Modelldefinition geprüft, nicht gegen manuell implementierte Funktionen.
Vollständige MySirt DSL-Spezifikation
Die vollständige MySirt DSL wird zum Schutz des geistigen Eigentums bewusst nicht öffentlich offengelegt.
Die öffentliche Dokumentation erläutert die architektonischen Prinzipien, das Ausführungsmodell und die konzeptionellen Grundlagen der Sprache, ohne ihre vollständige Syntax oder repräsentative Auszüge offenzulegen.
Detaillierte Sprachspezifikationen sind nur im Rahmen des Technologie-Evaluierungsprozesses und, sofern angemessen, unter Vertraulichkeitsbedingungen verfügbar.
Strukturelle Regeneration
Änderungen am Modell lösen eine kohärente Regeneration abhängiger Strukturen aus. Das System bleibt durch Design mit der Definition ausgerichtet: Änderungen auf Modellebene werden deterministisch auf die generierten Strukturen übertragen und sichern strukturelle und verhaltensbezogene Konsistenz über die Zeit.
Der Regenerationsprozess ist strukturell und nicht kosmetisch: er bewahrt die Integrität des Modellvertrags und verhindert unbeabsichtigte Abweichungen zwischen unabhängigen Komponenten.
Erweiterungspunkte (Integration von Custom Code)
Individuelles Verhalten kann an definierten Erweiterungspunkten integriert werden, ohne die Regeneration zu beeinträchtigen. Generierte und manuelle Komponenten können innerhalb klarer Grenzen koexistieren: das Modell bleibt die maßgebliche Quelle für die Struktur, während externer Code auf definierte Integrationspunkte beschränkt ist.
Diese Trennung unterstützt die langfristige Wartbarkeit: regenerierte Strukturen bleiben konsistent und externe Integrationen bleiben nachvollziehbar und austauschbar.
Traceability Layer
MySirt bietet integrierte Nachvollziehbarkeit auf Ebene der Execution Engine. Generierte Systeme können Mechanismen zur Überwachung von Datenänderungen und Systemzugriffen enthalten, abhängig von der Modellkonfiguration. Die Nachvollziehbarkeit wird nicht auf Anwendungsebene implementiert, sondern automatisch aus der Execution Engine abgeleitet.
Zwei komplementäre Komponenten stellen diese Funktion bereit:
- Audit Trail — zeichnet Änderungen an Entitätsdaten auf (INSERT, UPDATE, DELETE) zusammen mit dem verantwortlichen Benutzer und dem exakten Zeitstempel, wobei sowohl das Änderungsdelta als auch der vollständige Snapshot gespeichert werden.
- Access Log — zeichnet Authentifizierungsereignisse wie LOGIN_SUCCESS, LOGIN_FAILED und LOGOUT zusammen mit der Ursprungs-IP-Adresse auf.
Die Audit-Engine speichert sowohl das Änderungsdelta als auch den vollständigen Snapshot des Datensatzes, wodurch der Systemzustand zu jedem Zeitpunkt vollständig rekonstruiert werden kann.
Das Auditverhalten ist auf Modellebene konfigurierbar. Die Systemdefinition kann Audit global aktivieren, während einzelne Entitäten unterschiedliche Strategien je nach Bedarf anwenden können.
- Basic auditing — registriert, dass eine Änderung erfolgt ist, ohne Felddetails zu speichern.
- Delta auditing — speichert die geänderten Felder mit alten und neuen Werten.
- No auditing — Entitäten ohne Traceability-Anforderung können ausgeschlossen werden.
Diese Konfiguration erlaubt es, Traceability, Speicheraufwand und Performance gezielt auszubalancieren.
Audit Trail – Ereignisliste: Durchsuchbare Ansicht der aufgezeichneten Entitätsereignisse.
Audit Trail – Ereignisdetail: Metadaten und Snapshot der betroffenen Entität.
Access Log – Authentifizierungsereignisse: Zugriff wird unabhängig von Datenänderungen verfolgt.
Aktuelle technische Grenzen
- Frontend-Schicht auf älterem Framework, austauschbar ohne Einfluss auf die Execution Engine.
- Proprietäre Datenbankzugriffsbibliothek (dokumentiert), austauschbar an der Integrationsschnittstelle.
- Laufende Verbesserungen zur Formalisierung des Modellvertrags.
Diese Einschränkungen verändern nicht das Ausführungsmodell: die Architektur bleibt auf dem execution meta-model basiert und deterministisch.
