Ausführungsmodell
Ausführungsprinzip
In MySirt wird das System nicht implementiert — es wird abgeleitet.
Anwendungen werden nicht direkt in Code geschrieben. Sie werden aus strukturierten Modellen abgeleitet, die über das Ausführungs-Meta-Modell ausgedrückt werden.
Eine formale Definition beschreibt Daten, Verhalten und Verantwortlichkeiten. Die Ausführungs-Engine interpretiert diese Definition und erzeugt das operative System, das sie umsetzt.
Die laufende Anwendung bleibt eine direkte Konsequenz des Modells und ist kein separates Artefakt, das sich unabhängig weiterentwickelt.
Grundlagen der ausführbaren DSL
Grunddefinition
Die MySirt DSL ist eine deklarative Sprache zur Definition vollständiger operativer Informationssysteme. Sie beschreibt Struktur, Verhalten und organisatorische Regeln innerhalb einer einzigen formalen Definition.
Systemdimensionen
Ein MySirt-Modell definiert drei grundlegende Dimensionen eines Systems:
- Struktur — Entitäten, Felder und Beziehungen
- Verhalten — Trigger, Jobs und operative Regeln
- Organisation — Rollen und Zugriffsrichtlinien
Zusammen bilden diese Elemente die ausführbare Spezifikation der Anwendung.
Modell statt Code
Die DSL beschreibt, was das System tun soll, nicht wie es implementiert wird. Die Ausführungs-Engine interpretiert das Modell und erzeugt die operative Anwendung.
Vollständige Systeme in einer Definition
Ein vollständiges Geschäftssystem kann in einer einzigen DSL-Datei definiert werden. Die Definition umfasst Datenstrukturen, Workflows, Sicherheitsregeln und Interaktionsstrukturen der Anwendung.
Operatives Verhalten im Modell
Trigger und Jobs ermöglichen es der DSL, operative Workflows direkt innerhalb der Systemdefinition abzubilden.
Geschäftslogik wird deklarativ ausgedrückt, ohne prozedurale Implementierung.
Prinzip des Ausführungsmodells
Die DSL fungiert als ausführbares Modell des Systems. Die Engine leitet die Laufzeitanwendung ab und setzt die in der Spezifikation definierten Regeln durch.
Klarheit entsteht durch Ausführung.
Domänenmodell definieren
- Entitäten und Beziehungen
- Geschäftsregeln
- Rollen und Berechtigungen
- Workflow-Logik
Modell ausführen
- Das Modell wird interpretiert
- Strukturen werden validiert
- Abhängigkeiten werden aufgelöst
Operatives System
- Ausführbare Umgebung, abgeleitet aus dem Modell
- Verhalten wird durch Definitionen gesteuert
- Verantwortlichkeiten sind im System verankert
Strukturell iterieren
- Modell ändern
- System regenerieren
- Strukturelle Kohärenz erhalten
Kontinuierlicher Modellbetrieb
Das generierte System ist kein endgültiges Artefakt. Die operative Umgebung bleibt während ihres gesamten Lebenszyklus aus dem Modell abgeleitet.
Die Systementwicklung erfolgt durch Änderung der Definitionen, nicht durch Anpassung der Implementierung.
Strukturelle Regeneration
Änderungen auf Modellebene werden konsistent auf das System übertragen. Das Modell bleibt die einzige Quelle der Wahrheit.
Das Modell als primäres Artefakt
Das Modell ist keine Dokumentation. Es ist eine ausführbare Spezifikation. Das System ist die Ausführung des Modells.
Kontrollierte Erweiterung
Benutzerdefiniertes Verhalten kann an definierten Erweiterungspunkten ergänzt werden. Manuelle Logik arbeitet innerhalb der modellbasierten Struktur, ohne diese zu ersetzen.
Technischer Impact
Der Entwicklungsaufwand verlagert sich vom Schreiben von Code zur Definition von Verhalten. Die Komplexität verschiebt sich vom Implementierungsvolumen zur Klarheit des Modells.
Warum dies die Entwicklung verändert
Traditionelle Entwicklung ist code-first und die Struktur entsteht im Laufe der Zeit. MySirt ist model-first: Die Struktur wird von Anfang an definiert und die Logik formalisiert. Dies verlagert die Entwicklung von inkrementeller Codierung hin zur strukturellen Ausführung.
